Sonntag, 27. Juli 2008

-budapest-

"Unrühmliche Szenen spielen sich zur Zeit in Budapest ab. Sturm-Fans randalieren und gehen auf die ungarischen Sicherheitskräfte los. Liebe Grazer - das ist keine Werbung für unseren Fußball."
Ö3, gestern Abend


"UI-Cup: Ösi-Randale in Budapest"

"Doch jetzt haben Hooligans aus dem EM-Gastgeberland Österreich ein Fußball-Stadion in ein Schlachtfeld verwandelt. Beim UI-Cup-Rückspiel von Ösi-Klub Sturm Graz beim ungarischen Vertreter Honved Budapest (2:1) gab es schwere Randale."
bild.de


Kaum eine Gruppe ist so leicht zu behandeln wie Fußballfans.
Hooligans...
Schlägertypen...
Proleten...
Sofort werden alle Fans in eine Schublade gesteckt und angegriffen. Die Medien springen auf, empören sich über angebliche Vorgänge, ohne auch nur oberflächlich zu recherchieren und die Hintergründe aufzudecken.

Zum Glück gibt es Foren und Blogs, in denen Meinungen publiziert werden können, von Menschen die VOR ORT waren, das Geschehen mit Bildern und Videos dokumentiert haben und ihre Sicht der Dinge schildern.

Ein Versuch, die Vorgänge in Budapest zu relativieren:
Die Vorgeschichte: nach rund 30 Minuten des Spiels flogen aus dem Sturm-Sektor Leuchtkörper auf das Feld (was zu verurteilen ist, leider jedoch allgegenwärtig im europäischen Fußball) - ungarische Sicherheistkräfte reagierten auf ihre Art und Weise.

Die grüne Stadträtin Christina Jahn berichtet folgendes aus Budapest:
(Quelle: kleinezeitung.at)

"
Als mehrere Sturm-Fans die Situation beruhigen wollten, haben die Sicherheitsleute auf sie eingeprügelt. Sessel sind herausgerissen worden und die Security hat damit auf Grazer Fans eingeschlagen. Selbst Frauen liefen blutend herum."

Die Gemeinderätin konnte ebenfalls beobachten, wie sich nur rund vier Meter neben ihr zwei österreichische Polizisten in den Tumulten vor den ungarischen Kollegen ausweisen wollten. Plötzlich habe ein ungarischer Polizist mit Pfefferspray den österreichischen Beamten
"niedergestreckt". "Er ging auf die Knie und musste sich sogar übergeben," so Jahn. Danach hätten die ungarischen Beamten den Spray auch gegen den zweiten mitgereisten Polizisten eingesetzt.


Der User "11mousa" war selbst in Budapest und schreibt im Sturmboard folgendes:

"Nicht wir Schwoazen haben angefangen, sondern die Securities, die nach dieser 1 (!) Bengale in den Sektor gestürmt sind, und sich bis zum "Übeltäter" vorgeprügelt haben (mit den Teilweise erwähnten Schlagstöcken un Schlagringen)"

"Die Securitys: Sind mir von Beginn an sehr suspekt vorgekommen: Alle mit Spiegelglatzen, teilweise Szeneeinschlägige Kleidung."


"Nightfire_018" war ebenfalls in Budapest und weiß Folgendes zu berichten:

"Ich habe miterlebt wie ein Ordner mit der Tätowierung "Hooligan" am Arm eine Frau getreten hat, und ein anderer ein Kind den Hügel gestoßen hat ist ..... bin ich echt geschockt."

"Und dann noch die ganzen Provokationen von den Securitys die sogar einige Fans von uns aufforderten über den Zaun zu klettern, und mit Billardkugeln und Messern drohten... also echt ein wahnsinn."

"Unschuldige Fans wurden von den Ordnern schwer verletzt, und das wegen einer Mini-Rakete
. Dann heitzt der Stadionsprecher die Gästefans noch an, damit die auch noch den Gästesektor stürmen wollen."


Das sagt "Moglinho":

"Viele wollten das Stadion verlassen, aber das wurde durch einen versperrten Zaun verhindert. Die Panik wurde so richtig geschürrt. Als bei diesem Zaun dort immer mehr Leute flehten, rausgelassen zu werden (natrlich verstand keiner was wir wollten - immer NO ENGLISCH, NO DEUTSCH) flog irgendwie in der Umgebung Trängengas bzw Reizgas. Die Kehle begann wie Sau zu brennen und die Augen brannten."


Und ich könnte hier noch zig andere User zitieren, die Gleiches berichten.

Besonders eindrucksvoll sind die Fotos - welche auf der Seite sturmtifo.com zu bestaunen sind.


Nicht das Auftreten der Sturm-Fans war skandalös, die "Leistung" der ungarischen "Security" sollte an den Pranger gestellt werden.

Natürlich gehören die "Bengalen" oder "diese 1 (!) Bengale" auf kein Fußballfeld.
Das Auftreten der ungarischen Security war hingegen eine Frechheit, gehört schwerstens nachverfolgt, aufgedeckt und dementsprechend verurteilt.

Die Dokumentation ist dank dem Internet wunderbar gegeben.


Intasitis Links
Kurier-Artikel





1 Kommentare:

Jochen hat gesagt…

nicht ganz so extrem lief es mit berliner fans in magdeburg. "berliner randalierer" gingen da durch die presse... dazu hat hertha jetzt höchst selbst stellung genommen und sich hinter die eigenen fans gestellt...
--> http://www.herthabsc.de/index.php?id=15630&tx_ttnews[tt_news]=3686&tx_ttnews[backPid]=15611&cHash=c11fa1d2fe
ich finde, so muss das laufen... dann bringt so ein protest auch was. sollten sich die schlachtszenen in budapest wirklich so schwer ereignet haben, wie in den blogs zu lesen ist, ist mir übrigens schleierhaft, dass die mannschaft da so "ruhig" weiterspielen konnte...